Mafia III und die Inspirationsquellen von Hangar 13

Mafia 3 - Hier fand Hangar 13 Inspiration

Wenn es darum geht, Spiele möglichst interessant für das Publikum zu gestalten, lassen sich Entwicklerstudios oft von den verschiedensten Quellen der aktuellen Pop-Kultur oder der Menschheitsgeschichte inspirieren. Auch wenn Mafia III in einer fiktiven Version des New Orleans von 1968 spielt, fanden die kreativen Köpfe bei Hangar 13 Inspiration in der wesentlich jüngeren aber auch älteren Vergangenheit. Ein Interview mit dem Game Informer gibt nun Aufschluss über diverse Filme, Bücher und historische Ereignisse, die die Arbeiten am Gangster-Epos maßgeblich beeinflussen.

Nicky Barnes

Nicky Barnes

Leroy Nicholas „Nicky“ Barnes, geboren 1933, ist ein US-amerikanischer Mobster und Drogenbaron einer Bande von afroamerikanischen Gangstern in Harlem, New York City, welcher in Haft zum Informanten wurde. Er leitete die Bande The Council, die den Drogenhandel mit Heroin in Harlem kontrollierte.Sein Spitzname ist Mr. Untouchable, der Unberührbare.

Wir wollten die Zerschlagung und den Fall eines Gangster zeigen. […] An dieser Stelle kommen wir auf Nicky Barnes zurück, weil der Kerl ein cooler Player war. Er war ein Krimineller aber auch ein Typ, der die Seiten gewechselt hat und dabei viele Leute aus den eigenen Reihen ans Messer lieferte. – Senior Writer Charles Webb


Justified

Justified

In der Serie mit Timothy Olyphant in der Hauptrolle erschoss der Deputy U.S. Marshal Raylan Givens in Miami einen Auftragskiller des örtlichen Drogensyndikats im Rahmen einer Notwehr. Zu seinem eigenen Schutz wird er nach Lexington, Kentucky versetzt. Schon bald sieht sich Givens mit dem gesetzlosen Treiben der genauso hinterwäldlerischen wie skrupellosen Familienclans in seiner alten Heimat Harlan County konfrontiert. Als moderner Cowboy neigt er zum Übertreten von Regeln und zu recht robusten Ermittlungs- und Fahndungsmethoden.

Speziell die zweite Staffel von Justified traf genau den Ton, den wir suchten. Was die Serie ausmacht, ist die Bedeutung von Familie und selbst man möchte, kann man sie nicht leugnen. Man kann ihr nicht entkommen. – Senior Writer Charles Webb


Jon Roberts

American Desperado & Cocaine Cowboys

In den 80ern war Jon Roberts der erfolgreichste Drogenschmuggler des Medellin Kartells und importierte einen nicht unbedeutenden Anteil des Kokains der gesamten USA nach Miami. Roberts war eine schillernde Persönlichkeit, hatte Freunde wie Jimi Hendrix und Richard Pryor, heuerte einen Wrestler als Leibwächter an und teilte sich ein Bett mit einem 200-Pfund-Puma. Unter anderem der 2006 erschienene Dokumentarfilm „Cocaine Cowboys“ behandelt sein ereignisreiches Leben.

Die Pointe an dem Ganzen ist, dass das Kokain Miami aufgebaut hat. Vor dem Kokain war Miami ein kleines Kaff und erst mit den Drogen wurde daraus die Stadt, die wir heute kennen. Roberts hatte seine eigene Vision dessen, was Miami ausmachen sollte und half dabei, diese zu verwirklichen. Er musste buchstäblich Häuser kaufen, um darin all das Drogengeld unterzubringen. Alle Hauptcharaktere im Spiel haben ihre eigene Vorstellung davon, wie New Orleans sein sollte und sie alle unterscheiden sich sehr stark. – Creative Director Haden Blackman

Auf eine seltsame Art und Weise war das ziemlich befreiend für uns. Der Typ war so unfassbar verrückt, solche Dinge kann man sich nicht ausdenken. Wenn wir uns fragten, ob das vielleicht schon zu absurd für das Spiel sei, war die Antwort in der Regel „Nein“, denn es gab immer einen Kriminellen in den letzten 50 Jahren, der noch verrückter war. – Lead Writer William Harms


Jim Brown

Jim Brown

Jim Brown ist ein ehemaliger US-amerikanischer Runningback, der zwischen 1956 und 1966 in der US-Profiliga NFL für die Cleveland Browns auflief. Er gilt als einer der besten Spieler in der Geschichte des American Football und war neun Mal für den Pro Bowl nominiert. In der Februarausgabe des Playboys aus dem Jahre 1968 erzählte er im Interview von seinen denkwürdigen Begegnungen mit der Polizei, während er im Süden College Ball für Syracuse spielte.

Seine Geschichte half uns einige grundlegende Dinge, die wir mit der Polizei vorhaben, festzulegen. Sein angebliches Verbrechen war, dass sein Auto Schmutz auf ein paar weiße Menschen warf. Doch der einzige Grund dafür, dass die Polizei ihn anhielt war der, dass ihn ein anderer Polizist erkannte. Er beschrieb, dass solche Situation im Süden ziemlich schnell zur Gewohnheit wurden. Wir wollten so viele Eindrücke von diesem sozialen Klima wie nur irgendwie möglich in unser Spiel packen. Mit unserer Polizei ist nicht zu spaßen! – Lead Writer William Harms


Goodfellas

Goodfellas

Hangar 13 wurde von Filmen wie Bloody Sunday oder Bullitt inspiriert, doch ein Film sticht besonders hervor: Martin Scorsese’s Goodfellas von 1990. Der Film handelt von Aufstieg und Fall eines Mannes namens Henry Hill, der ins straucheln gerät, als er zwischen 1955 und 1980 versucht, seinen Platz in der Lucchese  Familie zu finden.

Mafia II wurde stark von „Der Pate“ inspiriert und fing dessen Stimmung verdammt gut ein. Wir knöpfen uns die zweite Hälfte von Goodfellas vor, als es für Henry Hill begann unkontrollierbar zu werden und Ray Liotta beginnt, völlig entsinnt und paranoid über seine eigene Schulter zu sehen. Genau solche Charaktere findet man auch in unserem Spiel. – Creative Director Haden Blackman


Black Power Mixtape

Black Power Mixtape 1967-75

Der Dokumentarfilm von Regisseur Göran Olsson lag mehr als 30 Jahre in einem schwedischen Archiv unter Verschluss und handelt von den städtischen Unruhen der 60er Jahre. Er enthält eine Reihe von Original-Interviews mit den wichtigsten Anführern der Black-Power-Bewegung, einschließlich Stokely Carmichael, Bobby Seale, Angela Davis und Eldridge Cleaver.

Er vermittelt ein tolles Gefühl davon, wie das Leben für die schwarze Bevölkerung in dieser Zeit war und wie es aus der Perspektive eines Außenseiters wahrgenommen wurde. Man bekommt ein Gefühl dafür, welch kranken Eindruck unser Land auf andere Länder machen musste. – Senior Writer Charles Webb