Mafia III: Infos zu Lincoln Clay & die Bedeutung von Mafia

Neue Infos zum Mafia 3 Hauptprotagonisten Lincoln Clay

Wenn Spieleentwickler über ihr neues Werk sprechen, ist oft die Rede von bahnbrechenden Technologien oder der Absicht ein Genre völlig neu definieren zu wollen. Auch Hangar 13 hat mit der Ankündigung von Mafia III auf der Gamescom klargestellt, dass man neue Wege beschreiten wolle und den Begriff „Mafia“ anders als bislang auslegen werde. Im Interview mit dem Examiner erklärt Haden Blackman nun, dass derartige Aussagen im Falle von Mafia III nicht nur leere Worte sein sollen.

Wie wir wissen, spielt Mafia III im New Orleans der 1960er Jahre. Hauptprotagonist, Afroamerikaner und Waise Lincoln Clay kehrt aus dem Vietnamkrieg zurück und versucht einen Ort zu finden, den er selbst als sein Zuhause beschreiben würde. Je nachdem wen man fragt, haben Worte oft eine unterschiedliche Bedeutung. „Familie“ etwa heißt noch lange nicht, dass man zwangsläufig derselben Blutlinie angehören muss und genau das will Mafia III beweisen. Studiochef Blackman beschreibt in besagtem Interview, was „Mafia“ für ihn bedeutet:

Einige Eckpfeiler des Franchise sind natürlich das Gespür für die richtige Zeit und den richtigen Ort, gepaart mit einer starken Geschichte. Das ist, wofür Mafia II stand. Doch ich persönlich möchte, dass der Begriff „Mafia“ für mehr als nur die italienische Mafia steht. Für mich steht er für organisiertes Verbrechen. Und er passt zu jeder Art des organisierten Verbrechens. Es war die erste große Diskussion, die wir intern hatten, dass man den Begriff auf mehr als die italienische Mafia übertragen könne. Darauf bauten wir mit unseren Ideen für das Spiel auf.

Hangar 13 verfolgt also einen frischen Ansatz und verlässt sich nicht nur auf bewährte Stärken der Mafia-Reihe; gut so! Einen derartigen Stillstand kann das Franchise auch am allerwenigsten gebrauchen.

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Nachdem ein erstes grobes Konzept in den Köpfen der Entwickler Gestalt annahm, galt es Zeit, Ort und Protagonist festzulegen. Und auch im Hinblick auf diese drei wichtigen Spielelemente scheint Hangar 13 die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. Denn weder die 60er Jahre, noch eine Spielwelt wie New Orleans samt Umgebung und schon gar nicht einen schwarzen Helden hat man bislang in vielen Spielen gesehen. Blackman weiter:

Nachdem wir uns intern entschieden hatten in diese Richtung gehen zu wollen, haben wir darüber nachgedacht, was eine spannende Zeitspanne und Stadt, sowie ein interessanter und funktionierender Typ für den Protagonisten seien. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was wir zuerst festlegten, da es alles irgendwie auf einmal passierte. Wir dachten „lasst uns die 60er machen, im Süden“. Also machte es für uns Sinn, einen gemischtrassigen Charakter zu erschaffen, der ein Vietnam-Veteran ist und für den Black Mob arbeitet. All diese Dinge harmonieren aus erzählerischer Sicht richtig gut miteinander.

Kein Wunder also, dass es Lincoln vor allem darum geht, ein Zuhause zu finden, einen Ort, an dem er sich verstanden und geborgen fühlt. Als Waise ist dies eines der Motive, die dich antreiben.

Die Vorstellung ein Waise zu sein und nach einem Ort zu suchen, an den man gehört, war etwas, das uns schon sehr früh gefangen hat. Damit experimentieren wir viel herum. Es geht nicht nur darum, dass er als Waise aufgezogen wurde, auch die Tatsache, dass er in einem streng katholischen Waisenhaus aufwuchs zeigt eine prägende Wirkung. Und was tun, nachdem das Waisenhaus geschlossen wurde? Vermutlich sich auf der Straße durchschlagen und herausfinden, wie man überleben kann. Das ist es, was für mich den Reiz [an Lincoln] ausmacht. Egal was er tut, er sucht stets nach einem Ort der Geborgenheit, den er nie wirklich finden kann.

Hinzu kommt die turbulente Zeit der 1960er Jahre mit der Rassentrennung und auch der Titel Vietnam-Veteran war sicher nicht der begehrteste, schließlich wurden Heimkehrer aus dem verlorenen und scheinbar sinnlosen Krieg oft mit Groll und Unmut empfangen. Menschen wie Lincoln hatten es alles andere als leicht eine Familie zu finden.

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Auf diesem Weg begleiten die Spieler den Hauptprotagonisten von Mafia III. Einer Reise, die Lincoln zum Black Mob führt, weil er dort zumindest auf den ersten Blick eine Familie und Zugehörigkeit findet, die ihn Dinge tun lässt, die er sonst vielleicht nie getan hätte.

Der ihm eingeflößte, überzogene Sinn für Loyalität ist es, was zu seinem fatalen Fehler wird. Es ist eine wirklich bewundernswerte Qualität, doch ist er so loyal, dass es ihm jede Menge Ärger einbringt. Nachdem die italienische Mafia den Black Mob zerschlägt, treibt ihn der Sinn für Loyalität an, Rache zu nehmen.

Sicherlich sorgte die Enthüllung von Mafia III im ersten Moment für einige Fragezeichen über den Köpfen der Fans, doch blickt man erst mal hinter die Kulissen, geht das Konzept auf und die Konstellation aus Zeit, Ort und Protagonist scheint zu funktionieren. Zumindest auf dem Papier. Hoffentlich wird Mafia III am Ende auch ein ebenso spaßiges und unterhaltsames Spiel, Potential ist allemal vorhanden.