Weshalb Mafia III ausschließlich im Jahr 1968 spielt

Mafia 3 spielt in 1968

Während das erste Mafia die 1920er und 1930er Jahre abdeckte und wir in Mafia II das Empire Bay der 40er und 50er entdecken durften, finden wir uns in Teil 3 im Jahr 1968 wieder. In einer Hinsicht bleibt Hangar 13 also der Serientradition treu: Das Voranschreiten in der Zeit. Gegenüber dem Game Informer erklären Lead Writer William Harms und Studio Head Haden Blackman nun, weshalb Mafia III ausschließlich in diesem einen Jahr spielt und welche Zeitspanne abgedeckt wird.

Die Entwickler wollen eine eindringlichere Geschichte behandeln und im Gegensatz zu den Vorgängern nicht auf eine weitläufige Erzählung setzen. Daher wird die komplette Handlung von Mafia III auch gerade mal acht bis neun Monate umspannen. Mit 1968 wählte man das wohl turbulenteste Jahr in der amerikanische Geschichte; kein Wunder also, dass die Entscheidung da nicht schwer fiel. Es war das Jahr in dem Martin Luther King Jr. und Robert F. Kennedy ermordet wurden, das Jahr in dem Nordvietnam die Tet Offensive gegen die Vereinigten Staaten und Südvietnam startete. Das Musical Hair feierte auf dem Broadway Premiere und sorgte für große Kontroverse über Nacktheit, illegale Drogen und die Missachtung der US-Flagge. Fast wöchentlich schien etwas zu geschehen, was die Welt nachhaltig beschäftigte.

1968 war das Jahr, in dem erste Veteranen – wie etwa Lincoln – aus dem Vietnamkrieg in ihre Heimat zurückkehrten und Geschichten über die dortigen Grausamkeiten verbreiteten, die rasch zu Unmut und Protesten führten. Die Menschen in den USA haben verstanden, dass ihre Liebsten ihr Leben in einem Krieg in einem weit entfernten Land riskierten, das sie noch nicht mal auf einer Landkarte zu finden wussten. Und dann waren da noch die Rassenspannungen, die ihren Höhepunkt erreichten. Nicht zuletzt aufgrund der Ermordung von Martin Luther King, die zu zahlreichen Ausschreitungen im ganzen Land führte. Mit der Entscheidung für das Jahr 1968 wurde Hangar 13 zudem bewusst, dass ein farbiger Held, der aufgrund seiner polarisierenden Wirkung die Spannungen am eigenen Leib erfährt, viel besser zum Spiel passen würde.

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Für die italienische Mafia war es ebenfalls eine besondere Zeit. Über Jahrzehnte hinweg bis in die 50er Jahre hinein, sah das FBI in der Mafia nicht die große kriminelle Organisation, sondern einen Gesellschaftsclub, der Verbrechen ohne Opfer begeht: Prostitution, Drogen, Schwarzhandel und andere spaßige Angelegenheiten. Dass die Mafia dabei durch die Straßen zieht und Menschen tötet, wollte man anfangs nicht wahr haben. In den späten 1960er Jahren änderte sich die Sichtweise jedoch.

Mit 1968 wählte man mit Sicherheit ein sehr spannendes Jahr, doch bedeutet der Fokus auf ein Dreivierteljahr auch, dass wir vermutlich keine Schneeflocken zu Gesicht bekommen werden, zumal das selbst im Winter aufgrund der geografischen Lage von New Orleans schwierig werden dürfte. Ebenso gilt es abzuwarten, wie und ob man die Eroberung einer ganzen Metropole erzählerisch glaubwürdig in eine so kurze Zeitspanne verpacken kann.