Mafia III – Gameplay

Mafia 3 - Gameplay

Was nützen die beste Story, die raffiniertesten Charaktere und die mächtigsten Waffen, wenn das Gameplay nicht stimmt und das Spiel am Ende keinen Spaß macht? Richtig, nichts. Mafia III orientiert sich beim Gameplay stark am erfolgreichen Vorgänger und baut behutsam aber bewusst diverse Neuerungen ein. Wie sich diese gestalten und was Spieler von Mafia III letztlich erwarten können, erklären wir auf den nachfolgenden Zeilen.

Third-Person-Mechanik

Das Hauptaugenmerk liegt erneut auf der Kampagne und der Geschichte rund um Lincoln Clay. Diese wird einmal mehr in packenden und abwechslungsreichen Missionen erzählt. Dazu bedient man sich natürlich auch im dritten Teil der Third-Person-Shooter-Mechanik. Lincoln rennt oder schleicht, geht auf Knopfdruck in Deckung – alles wie gehabt. Neu sind actionreichen, mitunter sehr blutigen Takedowns. Im Nahkampf und aus der Deckung heraus kann Lincoln nahe Gegner auf Knopfruck effektvoll ausschalten. Dann sticht er etwa wild mit einem Messer auf seinen Gegner ein oder nutzt seine aktuell ausgewählte Waffe für den Knockout. Nicht-tödliche Takedowns werden es ebenfalls ins Spiel schaffen. Abgerundet wird das Paket der Spielmechanik von Nahkampfangriffen in Form von Quick-Time-Events und Stealth-Passagen.

Eroberung in Sektoren

Ein Punkt, der den Entwicklern bei Hangar 13 besonders am Herzen liegt, ist die Kombination einer starken, gut erzählten Geschichte mit umfangreichen, bis ins Detail ausgearbeiteten Hauptmissionen wie in den Vorgängern. Mafia III soll hier erneut punkten, doch auch mit anderen Verbesserungen aufwarten. Das Element der offenen Welt war einer der größten Kritikpunkte an Mafia II, gab es abseits der eigentlichen Missionen kaum etwas zu tun. Um dieses Manko im Nachfolger zu beseitigen verfolgt Hangar 13 einen interessanten Ansatz.

Gameplay und Story werden so miteinander verschmolzen, dass man sich zwar in der offenen Spielwelt austoben kann, jede Handlung des Spielers am Ende aber auch eine Auswirkung auf die Geschichte hat. Dazu bekommt Lincoln Hilfe von Charakteren wie dem CIA-Mann Donovan, denn jener ist einer seiner Informanten. Von ihnen erhält der Spieler Informationen, die zu weiteren Quellen und damit schlussendlich zu diversen Missionen führen. Auch abseits der Informanten kann man durch die gezielte Beobachtung seiner Umwelt zahlreiche Details aufschnappen. Spieler, die beispielsweise einen Junkie beobachten, werden so über kurz oder lang auf einen Drogendealer stoßen, der mit brisanten Infos aufwartet. Verantwortlich hierfür zeigt sich das kriminelle Ökosystem, auf das die Entwickler besonders stolz sind.

New Bordeaux ist in Sektoren – auch Distrikte genannt – mit jeweils mehreren Verstecken unterteilt, wovon jedes von einem Vertrauten Sal Marcano’s verwaltet wird. Diese Zwischenbosse lassen sich jedoch im Regelfall nicht blicken, zumindest dann nicht, wenn alles nach Plan verläuft. Daher liegt es am Spieler die Distrikte im Chaos versinken zu lassen, was wie so oft am leichtesten zu erreichen ist, wenn man den Geldhahn zudreht. Der Geldhahn eines jeden Distrikts wird durch einen Balken symbolisiert. Je kleiner dieser wird, desto mehr Geld geht den Zwischenbossen verloren, woraufhin sich diese in ihren Verstecken blicken lassen, um nach dem Rechten zu sehen. Von der Machart her erinnern diese Aufträge am ehesten an Assassin’s Creed.

Wer genügend Missionen – deren Wertigkeit sich übrigens nach dem Zufallsprinzip unterscheidet – in einem Stadtteil absolviert hat, bekommt die Chance, die Vertrauten Marcano’s auszuschalten und deren Verstecke zu übernehmen. Dabei laufen jene Übernahmen keineswegs linear ab. Es gibt meist drei oder vier verschiedene Möglichkeiten ein Versteck zu infiltrieren. Hat man sich bis zum Boss vorgearbeitet, kann man diesen töten oder davon überzeugen, in die eigenen Reihen zu wechseln. Dies gelingt nur, wenn man im Vorfeld genügend Informationen gesammelt hat, um entsprechende Überzeugungsarbeit leisten zu können. Doch der Aufwand lohnt sich, schließlich erhält der Spieler pro Übernahme einen ordentlichen Batzen Geld.

Underbosse (Lieutenants)

Ist ein Versteck übernommen, gibt man es in die Obhut eines der drei Underbosse – Vito, Burke und Cassandra. Dabei ist auf eine ausgewogene Verteilung zu achten. Müssen sich mehrere Lieutenants die Verstecke innerhalb eines Distrikts teilen, sorgt man im schlimmsten Fall für Unmut in den eigenen Reihen. Sobald einer der Drei den Betrieb aufgenommen hat, fallen für den Antihelden regelmäßige Erträge ab, deren Höhe von den Fähigkeiten der Helfer abhängt. Ein weiteres Merkmal, auf das man bei der Verteilung achten sollte. Anschließend kann das Trio per Walkie Talkie verständigt werden. Das für damalige Verhältnisse hochmoderne Gerät öffnet das Service Menü von Mafia III, welches mit den unterschiedlichsten Unterstützungsmöglichkeiten aufwartet. Das Repertoire umfasst Drive-Bys, kräftig zuhauende Muskelprotze, Ablenkungsmanöver, Stromausfälle, das Bestechen der Polizei, gezielte Feuerunterstützung durch Scharfschützen, mobile Waffenläden und vieles mehr. Dabei gilt: Je besser das Verhältnis zu einem der Lieutenants, desto günstiger fällt dessen Unterstützung aus. 

  • Burke liefert Unterstützung beim Kampf. Er bringt ein paar seiner Leute mit, wenn eine Schießerei zu hitzig wird und Lincoln allein hoffnungslos überfordert ist.
  • Vito hilft mit besseren Waffen, Schutzausrüstung wie schusssicheren Westen und anderen Gegenständen aus.
  • Cassandra bietet Vorteile passiver Natur. Einige ihrer Freunde sind hohe Tiere; beispielsweise bei der Telefongesellschaft. Ein Anruf genügt und die Leitung ist tot, sodass Feinde keine Verstärkung rufen können.

Eine Wirtschaftssimulation oder den Ausbau von Basen darf man nicht erwarten. Wer jetzt glaubt, die Italo-Mafiosi nehmen die Übernahme ihrer Sektoren einfach so hin, der irrt sich gewaltig. In regelmäßigen Abständen greifen sie in immer stärker werdenden Wellen an und versuchen so die Gebiete dem Black Mob wieder zu entreißen.

Ferner haben die Underbosse auch eine Auswirkung auf den Verlauf der Handlung. Mafia III verfügt über mehrere Enden und je nachdem wie man die Distrikte verteilt, werden neue Missionen und damit auch unterschiedliche Teile der Story freigeschaltet. Ebenfalls unterschiedlich fällt die Reaktion Sal Marcano’s auf die Aktionen von Lincoln und seinen Vertrauten wie John Donovan aus. Damit diese Nebenbeschäftigungen nicht langweilig werden, sorgt Hangar 13 unter anderem durch verschiedene KI-Typen für Abwechslung. So trifft man mitunter auf Gegner, die mit Messern oder Schrotflinten für Kämpfe auf kürzere Distanz ausgelegt sind oder Feindgruppierungen inklusive Petze, die im Angriffsfall schon mal zur nächsten Telefonzelle rennt, um Verstärkung zu rufen.

Nebenmissionen

Ein großer Kritikpunkt an Mafia II war die abseits der Hauptmissionen leere Stadt, in der es zudem wenig zu tun gab. Das wird sich mit Mafia III ändern. An dieser Stelle bekommt Hangar 13 Unterstützung von den Schöpfern der Mafia-Reihe, 2K Czech. Neben der Kampagne sorgen dann zahlreiche Nebenmissionen und Rennen für Abwechslung, die stets mit der Hauptgeschichte in Zusammenhang stehen. Zudem begegnet Lincoln in New Orleans unzähligen Kleinkriminellen, die in dunklen Seitengassen oder auf Friedhöfen herumlungern. Davon abgesehen sind weitere Gangstertypen geplant, die das kriminelle Ökosystem bevölkern.

Abhören

Lincoln kann Gegner markieren, was eine bessere Übersicht und einfachere Planung ermöglicht. Eine solche Markierung ist jedoch nur dann möglich, wenn der Protagonist zuvor die Telefonleitung eines Bezirks angezapft hat und diese abhört. Dann erfährt der Spieler, wie viele Gegner sich im Gebiet aufhalten, wer das Ziel und wer die Verstärkung rufende Petze ist. Um die Leitung abhören zu können muss ein kleines Minispiel absolviert werden. Zudem werden auf diese Weise mehr Informationen zu den Einsatzzielen und Informationen zur Hintergrundgeschichte ans Tageslicht gefördert.

Spielerische Freiheit

Die Schlauchlevel des Vorgängers haben ausgedient. Ob direkte Konfrontation in brutaler Hau-Drauf-Manier mit wuchtigen und Chaos verursachenden Schrotflinten, stilvolles Schleichen samt leisem Ausschalten von Gegnern mit Messern oder das Eliminieren der feindlichen Schergen mit dem Präzisionsgewehr aus sicherer Entfernung; all dies ist jederzeit möglich. Positiver Nebeneffekt: Der Wiederspielwert steigt dadurch enorm. Auch wenn die Spielwelt samt Mechanik deutlich offener gestaltet ist, müssen sich Freunde einer packenden Story keine Sorgen machen. Die Entwickler versprechen wieder unzählige handgemachte Zwischensequenzen in Kinoqualität.

Rassentrennung

Mafia III spielt in einer für die schwarze Bevölkerung noch immer mehr als problematischen Zeit. Daher sollen auch Konflikte rund um die Rassentrennung eine Rolle spielen. Auf der Straße begegnet Lincoln beispielsweise einem schwarzen Pärchen, das beim Abendspaziergang von Polizisten schikaniert wird. Einer der Gesetzeshüter fordert Lincoln auf, weiterzugehen und sich nicht einzumischen. Doch die Entscheidung trifft allein der Spieler: Eingreifen oder nicht? Egal wofür man sich entscheidet, auch solche Momente werden – wenn auch nicht allzu große – Auswirkungen auf das Gameplay haben. Lincoln selbst soll aber ebenfalls Opfer von polizeilicher Willkür und Rassismus werden.

Koop-Modus und Multiplayer

Auch wenn die KI-Helfer eine mehr als steile Vorlage für Koop- oder Multiplayergameplay darstellen würden, Mafia III wird eine reine Singleplayererfahrung ganz in der Tradition der Vorgänger. Publisher 2K und allen voran Hangar 13 setzen erneut auf eine treibende Story und wollen die Spieler stärker an die Hand nehmen als es Konkurrenten wie etwa ein GTA machen.