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Vor Ort bei 2K: Mafia II angespielt

Vor Ort bei 2K

Heute am frühen Nachmittag bot sich mir die einmalige Gelegenheit, Mafia II selbst anzuspielen. In einem vor Ort Besuch in München bei Take2 Deutschland konnte ich den heiß ersehnten Mafia-Blockbuster über 90 Minuten lang auf Herz und Nieren testen. Hier mein Bericht:

Bevor ich selbst Hand an den Controller anlegen durfte (gespielt wurde die Xbox 360 Version) gab’s zur Einführung ein circa fünfminütiges Video, welches dem aufmerksamen Betrachter das Spiel in seinen grundlegenden Zügen näher bringen sollte. Vito kommt mit dem Zug im verschneiten Empire Bay an. Am Bahnhof wird er von Joe in Empfang genommen, mit dem er gleich darauf erst mal einen Trinken geht. Anschließend gibt’s das große Wiedersehen mit seiner Familie – Mama Scaletta und Francesca, seiner Schwester. Die hat ihm übrigens eine Suppe gekocht, die Vito kurz darauf genüsslich schlürft. Danach erfährt Vito, dass sein toter Vater nach seinem Ableben zweitausend Dollar Schulden bei einem Kredithai hinterlassen hat. Geld, das die Familie nicht hat. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf…

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So weit, so gut. Nach dem Einführungsvideo war es Zeit, selbst den Controller in die Hand zu nehmen. Gespielt wurde die Wild Ones Mission von der GDC bzw. der PAX East. Los ging es in Vitos Apartment. Die ganze Wohnung war sehr detailliert, überall gab es die Möglichkeit mit Gegenständen zu interagieren (Radio, Wasserhahn, Lichtschalter, u.v.m.). Vor der eigentlichen Mission nutzte ich die Möglichkeit erst einmal kreuz und quer durch Empire Bay zu fahren.

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Die Stadt sieht wirklich großartig aus, strotz voller Details und Lebendigkeit. Nachdem das GDC Gameplayvideo veröffentlicht wurde, gab es Befürchtungen, die Stadt könnte zu „leer“ sein. Man sah kaum Passanten und viele andere Autos waren auch nicht unterwegs. Was diese Sorgen angeht, kann ich Entwarnung geben. Die Straßen wurden von einer Vielzahl an unterschiedlichen Autos befahren und über die Gehsteige wanderten jede Menge Passanten. Nach einem Besuch im Waffenladen, in dem ich mir eine Shotgun samt Munition gegönnt habe, rempelte ich beim Verlassen des Ladens einen etwas älteren Herren – natürlich rein aus Versehen – an. An einer Entschuldigung hatte dieser kein Interesse; Sekundenbruchteile später hatte ich schon dessen Faust im Gesicht. Der perfekte Moment, um das Nahkampfsystem zu testen. Einige Schläge und einen gekonnten Finishing Move später, lag der streitsüchtige Typ regungslos auf dem Boden. Einen Augenblick später rollte auch schon die Polizei an und suchte den Schuldigen. Aber der fuhr geradewegs an den Gesetzeshütern vorbei und blieb unentdeckt. Auf meinem weiteren Streifzug durch Empire Bay habe ich mir zur Gesundheitsauffrischung einen Hotdog für unglaubliche 10 Cent gegönnt. Die frühen 50er eben…
Nach der Sightseeing-Tour durch Empire Bay ging es (mit einem schicken LKW) zum Treffpunkt mit Joe. Anschließend spielte ich die komplette Wild Ones Mission, deren Ablauf hier bereits geschildert wurde.

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Statt euch mit bekannten Fakten zu langweilen, möchte ich lieber auf die einzelnen Spielelemente eingehen:

Grafik

Was einem sofort ins Auge sticht, ist die Liebe fürs Detail. Empire Bay lebt! Überall ist reges Treiben, es gibt keine Ecke, die lieblos vernachlässigt wurde. Die Texturen und Effekte (besonders das Feuer samt Hitzeflimmern) sehen für eine Konsolenversion sehr schick aus. Sämtliche Charaktere sind realistisch animiert und weisen eine glaubwürdige Mimik auf. Unterbrochen wird der hübsche Anblick derzeit noch von häufigen Nachladepausen. Vor langer Zeit hieß es, Mafia II sei aus einem Guss. Die angespielte Preview-Version musste jedoch häufig Daten nachschaufeln. Man wolle bis zum Release aber noch versuchen, so viele Unterbrechungen wie möglich zu vermeiden. Außerdem: Auf der GDC berichtete man von gelegentlich auftretenden Tearing, also Zeilenverschiebungen. Das Problem gab es auch in der von mir angespielten Version, ganz einfach, weil es dieselbe Version war. Einziger Unterschied: Ich durfte die bereits komplett lokalisierte deutsche Fassung anspielen. Und damit wären wir beim…

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Sound

Nicht nur grafisch lebt die Stadt, auch akustisch wird viel geboten. Ob sich nun Passanten unterhalten oder Vöglein zwitschern, still ist es in Empire Bay nie. Die deutschen Sprecher sind – soweit ich es beurteilen kann – alle Vollprofis, was auf eine ähnlich erstklassige Vertonung wie im Vorgänger hoffen lässt. Dazu kommen knapp 120 Songs, verteilt auf die drei Radiostationen. Besonders empfehlenswert ist eine LKW-Fahrt mit klassischer Musik.

Fahrzeuge

Die wichtigste Info vorweg: Es gibt keine unterschiedlichen Fahrmodi (Arcade- und Simulationsmodus)! Dafür steuern sich sämtliche fahrbare Untersätze unterschiedlich: Sportflitzer liegen besser auf der Straße und brechen auch bei schnellerem Tempo in Kurven nicht gleich aus. Im Gegenteil dazu die LKWs. Die schwerfälligen Vierachser steuern sich zwar – ihrer realen Vorbilder entsprechend – behäbig, haben aber trotzdem einen nicht zu verachtenden Vorteil: Sie räumen andere Verkehrsteilnehmer komfortabel aus dem Weg. Was man dann zu sehen bekommt, ist das wirklich erstklassige Schadensmodell. Egal ob Kratzer im Lack, Dellen im Blech oder zersplitterte Scheinwerfer. Jeder Unfall hinterlässt realistische Spuren. Insgesamt betrachtet ist die Steuerung nicht mehr ganz so träge wie in Teil 1, aber auch nicht so actionlastig, wie es das ein oder andere Video vermuten lies.

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Waffen, Schusswechsel, Deckungssystem

Das Drumherum stimmt also schon mal. Doch wie sieht es mit dem Kernelement, also der Action in Mafia II aus? Die von mir im Kampf gegen die Greaser getesteten Waffen (Colt 1911, Revolver, Schrotflinte, Thompson und M1 Garand) überzeugten Dank unterschiedlicher Durchschlagskraft und glaubwürdigem Rückstoß. Drei gezielte Schuss aus dem S&W Model 29 Revolver auf den Tankdeckel eines Autos und des Spielers Sehnerv wird mit einer wunderschönen Explosion belohnt. Überraschend war die Schusskraft der Schrotflinte. Selbst auf 25 Meter Entfernung flogen die Gegner noch durch die Gegend. Auf größere Entfernung zeigte sich das M1 Garand als Lebensretter. Ein satter Treffer genügt, um die Gegner ins Jenseits zu befördern. Die KI der Gegner wurde im Vergleich zu Teil 1 deutlich verbessert. Die Greaser rückten geschickt auf und gingen, wenn sie nicht feuerten, stets in Deckung. Apropos Deckung: Wirklich essentiell ist das Deckungssystem, ohne das man schnell dem virtuellen Tod erliegt. Sollte einmal ein Objekt, welches ihr als Deckung benutzen wollt, schon von einem eurer Begleiter in Anspruch genommen werden, ist das kein Grund zur Panik. Eure Helfer machen jederzeit für euch Platz.

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Nachdem die Greaser besiegt und deren Hotrods beschlagnahmt wurden, endete die Demo-Mission.
Doch es blieb noch ein wenig Zeit, ein paar Fragen zu klären…

Fragen und Antworten

Wird es eine Cockpit-Ansicht geben?
Nein, alternativ bleibt nur die Motorhaubenkamera.

Lassen sich Licht und Blinker der Autos manuell einschalten?
Nein, das Licht geht automatisch an, sobald es dunkel wird oder man durch einen Tunnel fährt.

Wird man zwischen Automatik und manueller Schaltung wählen können?
Nein, es gibt nur Automatik.

Wird es ein Missionsauswahlmenü und einen jederzeit änderbaren Schwierigkeitsgrad geben?
Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Wie steht es um den Kopierschutz?
Genaueres könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, zumindest wird auf Games For Windows Live verzichtet.

Wie stehen die Chancen um ein Wendecover für die deutsche Version?
Über diese Möglichkeit wurde bislang noch nicht nachgedacht. Der Vorschlag kam aber gut an und wird auf jeden Fall noch diskutiert.

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Fazit

Nach den 90 Minuten fiel es mir nicht leicht, den Controller schon wieder aus der Hand geben zu müssen. Die Wild Ones Mission war toll inszeniert, abwechslungsreich und gespickt mit spannenden Schusswechseln. Ist das komplette Spiel auf dem gleichen Niveau, steht dem ersehnten Megahit nichts im Wege. Für Fans von Mafia I führt sowieso kein Weg dran vorbei. Ich will zurück nach Empire Bay!

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an 2K für die Einladung und den schönen Nachmittag in München!